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1010

Spiel mit der Wahrnehmung.

Abstrakt, minimalistisch, Spiel mit Farbe und optischer Täuschung – direkt gegenüber dem Eingang zum Tierpark Berlin bringt der Hamburger Künstler 1010 seinen Entwurf für die vierte LOA-Kunstfassade an die Wand. In den ersten beiden Juli-Wochen entsteht auf der fast 30 Meter hohen und 500 Quadratmeter großen Giebelfassade der Erich-Kurz-Straße 9–11 sein Motiv „Tropfen und Ringe“. Der Entwurf wird den Betrachter durch seine Farbgebung quasi in das Gebäude ziehen. Er folgt damit der markanten Handschrift des international bekannten und doch anonym bleiben wollenden Street-Art-Künstlers.

Elementares Thema von 1010s Arbeiten ist seit mehreren Jahren das Spiel mit der Wahrnehmung und dem Reiz der Vorstellung. Seine optisch ansprechenden Illusionen verwandeln die Wände zu neugierig machenden Höhlen und Pforten. Visuell wird Schicht für Schicht aus der Wand geschnitten bis ein Eingang zu einem neuen Vorstellungsraum entsteht. Mit seinen Werken möchte 1010 die Blicke der Betrachter einfangen und sie auf eine kurze Reise in ihre eigene Vorstellungswelt einladen. Als Inspiration für das Motiv „Tropfen und Ringe“ half dem Künstler tatsächlich der Regen – beziehungsweise Tropfen, welche auf Wasser trafen und Ringe bildeten. Die einzelnen Schichten wirken dabei wie übereinander gelegte Momentaufnahmen der Bewegung auf dem Wasser.

Seine letzten beiden Murals in Deutschland malte 1010 im Jahr 2016 in Heidelberg und in Berlin in der Finnowstraße. Weitere Bilder im Ausland entstanden unter anderem in Ostende (Belgien), Detroit (USA) und in Dubai (UAE). Im letzten Jahr hatte 1010 eine Einzelausstellung in der Galerie 10AM Art Contemporary in Mailand und bei Hashimoto Contemporary in San Francisco. Die Teilnahme an weiteren Shows und Festivals in Deutschland, Italien, USA, England und UAE ist für dieses Jahr geplant.

HOWOGE LOA Berlin Fassade Erich-Kurz-Straße 9–11
Fassade Erich-Kurz-Straße 9–11

„Learning by doing“

 

LOA Berlin: Wie kamen Sie auf die Idee mit den optischen Täuschungen?

1010: Mein Stil hat sich mit den Jahren entwickelt. Gestartet bin ich als Jugendlicher mit klassischen Graffitis. Die Wiederholung von Buchstaben empfand ich aber ziemlich schnell als zu einseitig. Deshalb habe ich anschließend lange Zeit nur figürlich gearbeitet. Die Figuren wurden über die Jahre zunehmend abstrakter und minimalistischer bis fast nur noch schwarze Formen auf weißen Hintergründen übrig blieben. Irgendwann entschied ich mich dann wieder Farbe einzusetzen und mich mit optischen Effekten auseinanderzusetzen – Stilmittel, die meine Bilder heute charakterisieren. Learning by doing, würde ich sagen.

 

LOA Berlin: Eine gut 30 Meter hohe Wand erwartet Sie am Tierpark. Eine Herausforderung für Sie?

1010: Definitiv. Die Wand ist groß. Die Übertragung der Skizze auf die Fassade wird wohl der anspruchsvollste Schritt bei der Umsetzung sein. Wenn die Skizze sitzt, ist alles Weitere fast wie Malen nach Zahlen (lacht).

 

LOA Berlin: Warum haben Sie sich für das Konzept „Tropfen und Ringe“ entschieden?

1010: Der Entwurf ist während einiger regnerischer Tage im letzten Winter entstanden. Er folgte dem Impuls, mit Farbe dem Grau und der Kälte etwas entgegen zu setzen. Die Tiefe des Entwurfs bricht für denjenigen, der sich der Fassade von Ferne nähert die Wand auf und zieht in optisch in das Gebäude. Das Bild lädt dazu ein, auch mal hinter die Fassade zu blicken.